Dauermedikamente nachbestellen: So läuft die Rezeptverlängerung in der Ordination ab

Dauermedikamente in Österreich nachbestellen: Was für Patient:innen gilt, welche Rolle e-card und e-Rezept spielen – und wie Ordinationen Folgerezepte ohne Telefonchaos organisieren.

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Dauermedikamente nachbestellen heißt in österreichischen Ordinationen: eine bereits bekannte Dauerverordnung verlängern – nicht ein neues Medikament ansetzen. Patient:innen wollen das oft ohne Termin, Ordinationen ohne Dauerläuten am Telefon.

Dauermedikamente nachbestellen – Folgerezept für die laufende Therapie

Was „nachbestellen“ in der Ordination bedeutet

Nachbestellen ist eine Rezeptverlängerung für Präparate, die bei Ihnen bereits als Dauermedikation dokumentiert sind. Typisch sind dabei Blutdruckmittel, Schilddrüsenhormone, Statine oder Diabetesmedikamente, die seit Monaten unverändert laufen.

Das ist etwas anderes als eine Neuverordnung. Wer ein neues Präparat braucht, die Dosis ändern will oder Beschwerden hat, gehört nicht in denselben Ablauf wie die Routineverlängerung.

Drei Schritte sind voneinander getrennt:

Tabelle
SchrittWas passiertWer ist zuständig
AnfragePatient:in bittet um VerlängerungTelefon, E-Mail, Empfang oder Online-Formular
Ausstellunge-Rezept wird im e-card-System gespeichertÄrztin/Arzt bzw. Ordination in der Praxissoftware
EinlösungMedikament wird abgegebenApotheke vor Ort, mit e-card, Code oder e-Rezept-ID

Was sich online verlängern lässt – und was nicht

Ob ein Folgerezept ohne Termin möglich ist, entscheidet die Ordination. In der Praxis hat sich ein klares Vorgehen bewährt:

In der Regel möglich, wenn alle Punkte zutreffen:

  • Die Person ist Patient:in der Ordination.
  • Das Präparat steht bereits in der Dauermedikation.
  • Dosierung und Packungsgröße bleiben unverändert (oder eine Umstellung ist plausibel).
  • Die e-card-Sitzung ist noch gültig.
  • Es handelt sich nicht um ein Anliegen mit akuten Beschwerden.

In der Regel nicht online, sondern mit Kontakt in der Praxis:

  • neues Medikament oder Therapieumstellung
  • Dosisänderung
  • Suchtgiftrezepte und vergleichbar streng geregelte Verordnungen
  • unklare Angaben oder unbekannte Patient:innen
  • abgelaufene e-card-Sitzung

Viele Hausarztpraxen kommunizieren genau diese Regeln auf der Website. Je klarer sie sind, desto weniger Rückfragen entstehen am Telefon.

Ohne klare Regel landen Folgerezepte als Anruf am Empfang

e-card, 90 Tage und Folgerezept

Für die Ausstellung bleibt das e-Rezept im e-card-System maßgeblich: Die Ordination speichert die Verordnung elektronisch, Patient:innen lösen sie in der Apotheke ein – mit e-card, e-Rezept-Code oder e-Rezept-ID. Details zum System finden Sie im Beitrag e-Rezept in der Ordination.

Für den Zugriff auf die e-Medikation gilt nach ELGA ein wichtiger Zeitrahmen: Nach einem Behandlungskontakt haben Ärztinnen und Ärzte in der Regel 90 Tage Einsicht (kann verlängert werden). Deshalb bitten viele Ordinationen Patient:innen, die e-card regelmäßig in der Praxis zu stecken – häufig zumindest einmal im Quartal.

Nach der Freigabe liegt das e-Rezept auf der e-card und wird in der Apotheke eingelöst

Welcher Kanal eignet sich für die Nachbestellung?

Patient:innen fragen Folgerezepte dort an, wo es am schnellsten geht. Für die Ordination ist nicht jeder Kanal gleich gut:

Tabelle
KanalFür Patient:innenFür die OrdinationDatenschutz
Telefonbekannt, sofortunterbricht Empfang und Behandlungunproblematisch, aber unvollständig
E-Mailunbequem am Handyunstrukturiert, leicht zu übersehenoft unverschlüsselt
WhatsAppbequemchaotisch, privat und beruflich vermischtlaut Ärztekammer Wien unzulässig
Online-Formular24/7, ohne Appgebündelt, vollständige AngabenEnde-zu-Ende verschlüsselt möglich

Wie MeinRezept die Rezeptverlängerung bündelt

MeinRezept organisiert nur den Anfrage- und Rückmeldeweg. Die medizinische Prüfung und das Speichern auf der e-card bleiben in Ihrer Software.

  • Patient:innen öffnen Ihren Link, QR-Code oder das Formular auf der Website – ohne App und ohne Konto.
  • Angaben kommen vollständig an, auch wenn Angehörige für jemand anderen anfragen.
  • Das Ordinationsteam sieht alle Folgerezepte in einer Ansicht, gibt das Rezept frei oder lehnt eine Verschreibung ab.
  • Nach der Entscheidung geht automatisch eine Nachricht per SMS, WhatsApp oder E-Mail an die Patient:in.
  • Kompatibel u. a. mit ELGA, INNOMED, ganyMED, LATIDO und CGM PCPO.
  • Einrichtung in 10–15 Minuten, ab € 39 pro Monat (kann 30 Tage kostenlos getestet werden).

Wie Sie das Formular auf die Praxis-Website einbinden, lesen Sie in Rezeptformular für die Ordinations-Website. Den genauen Ablauf beschreibt So funktioniert MeinRezept.

Folgerezepte ohne Telefonchaos?: 30 Tage kostenlos testen

Mit MeinRezept kommen Nachbestellungen für Dauermedikamente strukturiert an. Ihr Team entscheidet gebündelt, Patient:innen werden automatisch benachrichtigt.

Was Sie Patient:innen einmalig erklären sollten

Ein kurzer Text auf der Website, am Aushang und in der Telefonansage verhindert die meisten Missverständnisse:

  • Kommunizieren Sie klar, dass nur dokumentierte Dauermedikamente verschrieben werden können.
  • Nennen Sie die Bearbeitungsdauer (z. B. in der Regel an Werktagen, nicht am Wochenende).
  • Weisen Sie darauf hin, dass die e-card regelmäßig in der Ordination gesteckt werden muss (typisch: innerhalb von 90 Tagen).

Kurzfazit

Dauermedikamente nachbestellen ist in Österreich eine Rezeptverlängerung. Die Anfrage kann online stattfinden, das e-Rezept stellen Sie weiterhin im e-card-System (ELGA) aus. Wer Folgerezepte vom Telefon nimmt und Patient:innen ein Online-Formular zur Rezeptbestellung anbietet, entlastet den Empfang und das Ordinationsteam – und bietet Patient:innen eine moderne Lösung.

Häufige Fragen

Können Dauermedikamente ohne Arzttermin nachbestellt werden?

Ja, wenn es sich um eine bereits dokumentierte Dauermedikation handelt und die Ordination das so organisiert. Neue Präparate, Dosisänderungen oder unsichere Fälle brauchen in der Regel einen persönlichen Kontakt. Die medizinische Entscheidung bleibt immer bei der Ordination bzw. bei der Ärztin oder dem Arzt.

Muss die e-card gesteckt sein, damit ein Folgerezept ausgestellt werden kann?

Viele Ordinationen knüpfen Folgerezepte an eine aktuelle e-card-Sitzung. Nach einem Behandlungskontakt haben Ärztinnen und Ärzte laut ELGA in der Regel 90 Tage Zugriff auf die e-Medikation (kann verlängert werden). Ist diese Frist abgelaufen, ist meist ein Praxisbesuch nötig – ein rein digitales Folgerezept ist dann oft nicht möglich.

Ist eine Online-Rezeptanfrage dasselbe wie das e-Rezept?

Nein. Die Online-Anfrage ist nur der Kommunikationsweg zur Ordination. Das e-Rezept selbst stellt Ärztin oder Arzt weiterhin in der Praxissoftware bzw. im e-card-System aus. Patient:innen lösen es danach in der Apotheke ein.

Dürfen Ordinationen Rezeptanfragen per WhatsApp entgegennehmen?

Die Ärztekammer Wien rät klar davon ab: Gesundheitsdaten per WhatsApp zu übermitteln ist datenschutzwidrig. Besser ist ein strukturiertes Online-Formular, das die Anfrage verschlüsselt aufnimmt.

Können Angehörige Dauermedikamente für jemand anderen nachbestellen?

Ja, sofern die Ordination das zulässt. In einem Online-Formular werden dann die Daten der Person eingetragen, für die das Rezept bestimmt ist. In der Apotheke kann auch eine andere Person das Rezept einlösen – etwa mit e-card, e-Rezept-Code oder e-Rezept-ID.

Wie lange ist ein e-Rezept in Österreich gültig?

Laut Gesundheitsportal ist ein Rezept zwölf Monate ab Ausstellungsdatum gültig, sofern die Ordination keine kürzere Frist vermerkt. Die erste Abgabe in der Apotheke muss innerhalb eines Monats nach dem Ausstellungsdatum erfolgen.


Quellen

Dieser Beitrag richtet sich an Ordinationen in Österreich und ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.

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