So funktioniert MeinRezept: Von der Patientenanfrage bis zur Freigabe
So funktioniert MeinRezept für Ordinationen in Österreich: Patient:innen fragen Rezepte im Online-Formular an, das Ordinationsteam gibt diese frei / lehnt ab und Patient:innen werden automatisch informiert.
Wer ein Online-Rezeptformular sucht, will vor allem eines wissen: Wie läuft der Alltag damit wirklich ab? Dieser Beitrag erklärt Schritt für Schritt, wie MeinRezept funktioniert – von der Patientenanfrage über die Bearbeitung in der Ordination bis zur automatischen Benachrichtigung.
Was MeinRezept ist – und was nicht
MeinRezept ist ein Rezeptformular und Portal für niedergelassene Ordinationen (vor allem Allgemeinmedizin, Hausärzt/innen) in Österreich. Es nimmt Anfragen für Dauermedikamente strukturiert entgegen, bündelt sie für Ihr Team und informiert Patient:innen nach der Speicherung auf der e-Card.
Allerdings: es ersetzt weder Praxissoftware, e-Rezept oder ELGA. Die medizinische Prüfung und die Ausstellung bleiben bei Ihrer Ordination – MeinRezept organisiert den Eingang und die Rückmeldung.
Mehr zum Kontext e-Rezept finden Sie im Beitrag e-Rezept in der Ordination.
Der Ablauf in drei Schritten
1. Patient:innen fragen online an
Patient:innen öffnen Ihr Formular im Browser – ohne App und ohne Login. Sie geben die benötigten Angaben ein (u. a. Medikament und Sozialversicherungsnummer) und senden die Anfrage ab.
2. Die Ordination prüft und entscheidet
Alle Anfragen erscheinen in einem Portal. Das Ordinationsteam arbeitet diese ab; Ärztin oder Arzt können jederzeit mitlesen, stichprobenartig kontrollieren oder bei der Freigabe unterstützen.
3. Patient:innen werden benachrichtigt
Nach Freigabe oder Ablehnung erhalten Patient:innen automatisch eine Nachricht per SMS, WhatsApp oder E-Mail.
So erreichen Patient:innen Ihr Formular
Alle Kanäle sind gleichwertig – Sie wählen, was zu Ihrer Ordination passt:
| Kanal | Typischer Einsatz |
|---|---|
| Website (Iframe) | Dauerhaft auf der Praxis-Homepage |
| Direktlink | E-Mail, SMS oder Website-Button |
| QR-Code | Aushang, Visitenkarte, Empfang |
| Patienten-Kärtchen | Zum Mitnehmen nach dem Besuch |
| Wartezimmer-Aushang | Sichtbar für alle Patient:innen |
Wie Sie das Formular technisch einbinden, beschreibt der Artikel Rezeptformular für die Ordinations-Website.
Die Einbindung auf der Website dauert in der Regel 10–15 Minuten und braucht keine IT-Kenntnisse (Iframe).
Die Ordinationsansicht im Alltag
In der Übersicht sehen Sie offene Anfragen. So sieht ein typischer Workflow aus:
- Anfrage prüfen (per Klick können Daten wie SV-Nummer etc. kopiert werden)
- In Ihrer Praxissoftware das e-Rezept ausstellen bzw. freigeben
- In MeinRezept mit einem Klick abschließen oder ablehnen
- Patient:in wird automatisch informiert
Druckmodus für die Freigabe
Nicht jede Ordination will jede Anfrage digital am Schreibtisch entscheiden. Deshalb gibt es einen Druckmodus: Offene Rezepte lassen sich ausdrucken – zum Beispiel einmal täglich –, damit die Ärztin oder der Arzt sie unterschreiben bzw. freigeben kann. Danach schließt das Team die Anfragen im Portal ab.
Ablehnung mit klarem Grund
Ablehnen ist bewusst einfach und nachvollziehbar. Sie wählen einen der vorgegebenen Gründe oder einen eigenen Text:
- e-Card-Sitzung abgelaufen – spätestens alle 90 Tage muss der bzw. die Patient:in in die Praxis kommen. Ist diese Frist verstrichen, können Sie den Patient / die Patientin um einen Besuch in die Praxis bitten.
- Keine Dauermedikation – das Medikament ist nicht dauerhaft vorgesehen.
- Patient:in unbekannt – kein Patient bzw. keine Patientin der Praxis.
- Eigener Grund – freier Text für einen Einzelfall.
Patient:innen erfahren das Ergebnis automatisch – ohne zusätzlichen Anruf vom Empfang.
Statistik: Überblick statt Bauchgefühl
In der Statistik sehen Sie auf einen Blick:
- Anzahl der Anfragen
- Erledigungsquote
- Gesparte Zeit (Schätzwert auf Basis der bearbeiteten Anfragen)
So wird sichtbar, wie stark das Rezepttelefon entlastet wird – passend zu den Tipps im Beitrag Telefon in der Arztpraxis entlasten.
Praxissoftware und e-Rezept
MeinRezept arbeitet neben Ihrer bestehenden Software. Die Verschreibung bleibt in Ihrem gewohnten System – kompatibel u. a. mit ELGA, INNOMED, ganyMED, LATIDO und CGM PCPO. An einem automatischen Import wird gearbeitet; bis dahin bleibt der manuelle Schritt in der Praxissoftware Teil Ihres bewährten Ablaufs.
Was kostet MeinRezept?
MeinRezept gibt es ab € 39 pro Monat, inklusive Benachrichtigungen per SMS, WhatsApp und E-Mail. Sie können das Progrsamm 30 Tage kostenlos testen – ohne Bindung.
MeinRezept ist Österreichs Portal zur Rezeptverlängerung für Dauermedikamente und spart Ihrem Team Zeit und Nerven.
Für wen sich MeinRezept eignet
- Hausarztpraxen und niedergelassene Ordinationen mit vielen Rezeptanfragen am Telefon oder per E-Mail
- Teams, die Anfragen gemeinsam abarbeiten und Ärzt:innen bei Bedarf einbinden wollen
- Praxen, welche deren Patient:innen eine moderne und technisch ansprechende Lösung bieten wollen
Wenn Sie den Ablauf kennen und als Nächstes die Website-Einbindung planen, lesen Sie weiter beim Rezeptformular für die Ordinations-Website.
Kurzfazit
So funktioniert MeinRezept: Patient:innen fragen online an, das Ordinationsteam prüft und entscheidet in einer Übersicht (optional mit Druckmodus), und Patient:innen werden automatisch benachrichtigt. Die medizinische Verantwortung bleibt bei der Ordination – das Portal entlastet Empfang und Rezepttelefon.
Häufige Fragen
Brauchen Patient:innen eine App für MeinRezept?
Nein. Patient:innen öffnen den Link oder QR-Code Ihrer Ordination im Browser und senden die Anfrage ab – ohne Download und ohne eigenes Konto.
Wer bearbeitet die Anfragen in der Ordination?
Mehrere Personen Ihres Ordinationsteams können gleichzeitig auf die Ordinationsansicht zugreifen. Das Team arbeitet Anfragen ab; Ärztin oder Arzt können stichprobenartig kontrollieren oder bei der Freigabe unterstützen.
Was passiert bei einer Ablehnung?
Sie wählen einen Grund: e-Card-Sitzung abgelaufen, keine Dauermedikation, Patient:in unbekannt – oder einen eigenen Text. Patient:innen werden automatisch benachrichtigt.
Kann man offene Rezepte ausdrucken?
Ja. Im Druckmodus lassen sich offene Anfragen ausdrucken – zum Beispiel einmal täglich zur Unterschrift durch die Ärztin oder den Arzt.
Was zeigt die Statistik in MeinRezept?
Sie sehen die Anzahl der Anfragen, die Erledigungsquote und die geschätzte gesparte Zeit – als Überblick für den Ordinationsalltag.
Quellen
Dieser Beitrag richtet sich an Ordinationen in Österreich und ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.
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