Mit RezeptBox oder MeinRezept Ihre Praxis entlasten
RezeptBox und MeinRezept sind österreichische Formular-Lösungen für die Online-Rezeptbestellung. Sie unterscheiden sich in der Handhabung, haben aber dasselbe Ziel: die bürokratische Entlastung von Arztpraxen und dem Ordinationspersonal.
Am Empfang in der Arztpraxis läuft alles zusammen. Jemand braucht die Tabletten von letzter Woche, eine Tochter ruft für ihre Mutter an, und irgendwo in der Warteschlange wäre ein Gespräch, das eigentlich dringender ist. Einzeln dauern solche Anrufe vielleicht nicht lang, über den Vormittag hinweg füllen sie trotzdem die Leitung.
Die meisten Menschen erledigen viele Dinge inzwischen vom Handy aus. Sie überweisen Geld, kaufen im Internet ein oder verschieben einen Termin, wann es ihnen passt, und bekommen Bescheid, sobald etwas fertig ist. Beim Rezept für ein Dauermedikament läuft es in vielen Ordinationen noch über das Telefon. RezeptBox und MeinRezept nehmen solche Anfragen online entgegen, damit Ihr Team sie abarbeiten kann, wenn gerade Luft ist. Ausgestellt wird das Rezept weiterhin bei Ihnen in der Praxissoftware. Danach liegt es auf der e-card oder wird bei Bedarf ausgedruckt.
Warum Rezeptanfragen per Telefon und E-Mail keine Dauerlösung sind
Bei den meisten dieser Anrufe geht es um Medikamente, die jemand ohnehin dauerhaft nimmt. Am Telefon fehlt trotzdem oft die genaue Medikamentenbezeichnung oder die Packungsgröße, und bevor Sie das Medikament verschreiben können, braucht es ein zweites Gespräch. Ist das Rezept gespeichert, meldet sich häufig noch jemand mit der Frage, ob man schon in die Apotheke gehen kann. Viele Ärztinnen und Ärzte bieten darum explizit die Bestellung per E-Mail an, aber auch das nimmt den Druck nur scheinbar weg, weil der Rezeptwunsch zwischen Befunden und anderen Nachrichten liegt und liegen bleibt, und viele E-Mails oft auch händisch beantwortet werden müssen.
Mit dem e-Rezept ist das Medikament direkt, sobald Sie es verschrieben haben, auf der e-card und kann in der Apotheke bezogen werden. Trotz der papierlosen Verschreibung rufen Patienten nicht selten erneut an, um nachzufragen, ob sie schon in die Apotheke gehen können.
RezeptBox: Patienten anlegen und RezeptBox-ID vergeben
Die Software RezeptBox der EDV-Klein GmbH können Patientinnen und Patienten kostenlos nutzen, um bei einer teilnehmenden Praxis Rezepte und Medikamente vorzubestellen.
Für die Ordination beginnt der Weg einen Schritt früher. Bevor jemand zum ersten Mal bestellen kann, wird der Patient angelegt und erhält eine persönliche RezeptBox-ID, zum Beispiel am Empfang oder telefonisch. Diese Nummer kennen nur die Ordination und die Patientin oder der Patient. Im Formular dient diese dann der Zuordnung. RezeptBox beschreibt das System in ihrem Impressum als Anonymisierung; deshalb sollte die ID vertraulich bleiben.
Sobald die ID da ist, öffnet der Patient die Seite der Praxis und gibt die Medikamente über eine Suche und mit Feldern für Packungszahl, Name, Dosis und Darreichungsform ein. Weitere Positionen lassen sich ergänzen. Nach dem Absenden erscheint eine Bestellnummer auf dem Bildschirm. Den weiteren Stand sieht man auf rezeptbox.at, wenn man diese Nummer dort eingibt. Eine WhatsApp oder SMS, die den Patienten informiert, gibt es dabei aber nicht. Wer unsicher ist, ob die Bestellung schon bearbeitet wurde, ruft im Zweifelsfall noch einmal in der Arztpraxis an.
MeinRezept: Anfrage ohne Vorarbeit, Patienten-Info per WhatsApp oder SMS
Bei MeinRezept fällt diese Vorbereitung weg. Patienten müssen nicht angelegt werden, und eine eigene ID ist nicht nötig. Patientinnen und Patienten öffnen einen Link, den QR-Code oder das Formular direkt auf der Website der Arztpraxis und schicken die Anfrage mit Name, Medikament und Sozialversicherungsnummer ab. Bei Bedarf können mehrere Positionen hinzugefügt werden (sofern die Praxis eine Bestellung von mehreren Medikamenten erlaubt). Zudem gibt es einen Urlaubsmodus: Bestellungen sind weiterhin möglich, Patienten erhalten aber eine Info dazu, bis wann diese nicht bearbeitet werden. Wie die Rezeptanfragen in der Ordinationsansicht bearbeitet werden, beschreibt der Artikel So funktioniert MeinRezept.
Das Formular führt in drei Schritten durch die Anfrage, vom Namen über die gewünschte Benachrichtigung bis zu den Medikamenten. Die Felder sind groß genug, dass auch ältere Patienten damit zurechtkommen, und das Formular ist für alle Smartphone-Größen optimiert, etwa auch für Emporia-Seniorensmartphones. Mehr zur technischen Einbindung des Formulars auf der Praxishomepage lesen Sie im Beitrag Rezeptformular für die Ordinations-Website.
In der Ordination sehen Sie die Anfragen als Liste. Ihr Team prüft sie, stellt das Rezept wie gewohnt aus und schließt die Anfrage ab oder lehnt sie ab. Wie Patienten benachrichtigt werden, können diese selbst auswählen, z. B. per WhatsApp, SMS oder E-Mail. Sobald ein Rezept verschrieben oder abgelehnt wird (z. B. aufgrund einer abgelaufenen e-card), wird diese Nachricht automatisch innerhalb von wenigen Sekunden verschickt. MeinRezept gibt es ab € 39 im Monat (inklusive WhatsApp- und SMS-Versand) und lässt sich 30 Tage kostenlos und unverbindlich testen.
Häufige Ablehnungsgründe finden Sie direkt in MeinRezept, z. B. abgelaufene e-card, unbekanntes Medikament oder „Kein Dauermedikament“.
RezeptBox und MeinRezept – ein direkter Vergleich
| RezeptBox | MeinRezept | |
|---|---|---|
| Anbieter | EDV-Klein GmbH | Simple Solution. OG |
| Kostenlos für Patienten? | Ja | Ja |
| Vor der ersten Anfrage | Person wird angelegt, persönliche RezeptBox-ID | Kein manuelles Anlegen notwendig |
| Rückmeldung | Bestellnummer auf rezeptbox.at eingeben | Automatisch per WhatsApp, SMS oder E-Mail |
| Bedienung | Browser, Medikamentensuche mit mehreren Feldern | Barrierefreie Bedienung, optimiert auch für Seniorenhandys |
| Kostenlose Testversion? | Nicht bekannt | 30 Tage |
| Kosten für die Ordination | Nutzungsgebühr, keine offiziellen Infos | Ab € 39 pro Monat |
MeinRezept ist Österreichs Portal zur Rezeptverlängerung für Dauermedikamente und spart Ihrem Team Zeit und Nerven.
Kurzfazit
RezeptBox und MeinRezept nehmen Ihnen dieselbe wiederkehrende Arbeit der Organisation von Rezeptanfragen ab. Mit der RezeptBox legen Sie die Person zuerst an und vergeben eine eigene ID, über die jede Bestellung eindeutig zuordenbar ist. MeinRezept verzichtet auf die Nummernvergabe, nimmt die Anfragen unbürokratisch ohne Patientenanlage an und schickt nach Ihrer Entscheidung von selbst eine WhatsApp oder SMS.
Häufige Fragen
Was ist die RezeptBox?
Die RezeptBox ist ein Online-Service der EDV-Klein GmbH. Patientinnen und Patienten können damit bei einer teilnehmenden Ordination Rezepte für Medikamente nachbestellen. Die Ordination legt die Person vorher an und gibt eine persönliche RezeptBox-ID aus.
Wozu dient die RezeptBox-ID?
Die RezeptBox-ID ist eine eigene Nummer der Ordination und ist getrennt von der Sozialversicherungsnummer. Sie dient der Zuordnung des Patienten in der RezeptBox.
Wie erfahren Patientinnen und Patienten bei der RezeptBox, ob die Bestellung fertig ist?
Nach dem Absenden erscheint eine Bestellnummer, mit der der Status des Rezepts abgefragt werden kann. Eine automatische Nachricht per WhatsApp oder SMS ist nicht möglich.
Schickt MeinRezept eine WhatsApp oder SMS?
Ja. Patientinnen und Patienten wählen bei der Anfrage WhatsApp, SMS oder E-Mail als Kommunikationskanal aus. Nach Freigabe oder Ablehnung wird unmittelbar eine Benachrichtigung verschickt. Bei Bedarf kann auf die Benachrichtigung verzichtet werden.
Muss die Ordination das Rezept trotzdem selbst ausstellen?
Ja. RezeptBox und MeinRezept nehmen nur die Rezeptanfrage entgegen und organisieren den Anfrageprozess. Die medizinische Prüfung und das Speichern auf der e-card (bzw. im ELGA-System) erfolgen wie gewohnt über die Praxissoftware.
Quellen
Dieser Beitrag richtet sich an Ordinationen in Österreich und ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.
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